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Inhaltsverzeichnis

Grundidee zum ABC Network

Das ABC Network (Across the Borders Cooperation) – Schulnetzwerk »Kreatives Mitteleuropa« ist eine Initiative des österreichischen Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur und lädt Schulen verschiedener mitteleuropäischer Länder zu Grenzüberschreitungen ein – zur »Across the Borders Cooperation« (ABC). Es handelt sich um ein Projekt zur Konkretisierung zukunftsweisender Schulkooperationsmodelle im Bereich »Kreativitätsförderung und kulturelle Bildung«. Ausgehend von der bevorstehenden Erweiterung der EU lädt das ABC Network sowohl Schulen aus EU-Ländern wie auch aus zukünftigen EU-Ländern zu gemeinsamen Grenzüberschreitungen ein. Durchgeführt wird das ABC Network von KulturKontakt Austria.

Eine wesentliche Voraussetzung für solche Grenzüberschreitungen ist als erster Schritt die eigene Standortbestimmung. Danach aber fordert das ABC Network dabei die Schulen ganz bewusst auf, die Standorte zu vertauschen, d. h. den eigenen Blickpunkt zu wechseln.

Unter der Überschrift, dem Generalthema »EUROPA – eine gemeinsame Vergangenheit – eine gemeinsame Zukunft« sollen Schulen

  • eine Problemstellung / einen Teilaspekt ihrer gemeinsamen Vergangenheit und ihrer gemeinsamen Zukunft herausgreifen, Hintergründe, Zusammenhänge etc. basierend auf ihren eigenen nationalen Gegebenheiten erarbeiten (Arbeitsphase I) und dann im nächsten Schritt ihre Arbeitergebnisse mit einer Partnerschule aus einem anderen Land austauschen und
  • in Arbeitsphase II eben diese Problemstellung / diesen Teilaspekt aus der Sicht dieses Landes zu beleuchten und zu kommentieren versuchen.
  • Im Idealfall können sie dann miteinander in der Arbeitsphase III eine gemeinsame Lösung / eine zukünftige Kooperationsmöglichkeit etc. erarbeiten.

Ein wichtiges Element für die Arbeit war stets die Einbindung von außerschulischen Expert/innen (aus den Bereichen Wissenschaft, Kunst etc.) und der Ansatz, den kreativen Zugang der Jugendlichen zu stärken, das eigenständige Arbeiten zu forcieren und ein angstfreies und experimentierfreudiges Lernklima zu ermöglichen.

Die einzelnen Schulen sind virtuell mit ihrer/n Partnerschule/n verbunden und »physisch« mit den verschiedenen Expert/innen. Auch hier sollte die Idee der »Grenzüberschreitung« möglichst Berücksichtigung finden.

»Unser Europa neu erfinden« heißt das Thema für die Teams von je 3–5 Schulen. Schüler/innen und Lehrer/innen sind aufgerufen, ihre ganz persönlichen Zugänge, Vorstellungen und Visionen von einem vereinten Europa zu formulieren, gemeinsam zu diskutieren und zu präsentieren.

Im Mittelpunkt des ABC Network steht die pädagogisch-didaktische Herausforderung von »Grenzüberschreitung« im geographischen, thematischen, methodischen etc. Sinn:

  • in Form von aktiver Zusammenarbeit von Schulen benachbarter Länder in Mitteleuropa,
  • in Form von Schule als offenem Gemeinwesenszentrum in Zusammenarbeit mit außerschulischen Kultureinrichtungen, Künstler/innen, Wissenschafter/innen und anderen Expert/innen sowie
  • in Form eines fächerübergreifenden, projekt- und themenorientierten Unterrichts, besonders durch die Anwendung der neuen Kommunikationstechnologien.

Zielsetzungen des ABC Network

Unmittelbares Ziel dieses Projektes ist die Schaffung von »Best-Practice Modellen« zur Qualitätsentwicklung im Bereich kreativer Bildung.

Qualitätsentwicklung ist die notwendige Voraussetzung für eine Diskussion mit Breitenwirkung und Tiefgang, welche die besonderen Effekte, die sich aus kreativer Bildung in neuen Unterrichtsformen zugunsten einer umfassenden Persönlichkeitsbildung der europäischen Bürger/innen ergeben, herausstreicht.

Das Projekt ABC Network zielt auf kontinuierliche Zusammenarbeit eines vorerst kleinen Netzwerkes zur Auseinandersetzung mit Europa-relevanten Themen ab. Diese Schulen wirken als Multiplikatoren innerhalb ihrer Region und arbeiten ihrerseits eng mit nationalen und regionalen Verwaltungseinrichtungen (Schulbehörden), Ausbildungsstätten, Kulturinstitutionen etc. zusammen. In der Folge sollte dieses Netzwerk auch zahlenmäßig wachsen und nachhaltige bildungspolitische Akzente auf europäischer Ebene setzen.

Zielgruppe

Zur Zeit sind ca. 800–1000 Schüler/innen zwischen 14–19 Jahren aus den Ländern Österreich, Italien, Ungarn, Slowakei, Tschechien und Polen in das ABC Network integriert. Angestrebt wird eine Erweiterung um Teilnehmer/innen aus Kroatien und Slowenien.

Aufgrund der notwendigen Mobilität werden Schulgruppen der 10.–12./13. Schulstufe vorrangig behandelt.

Als Verkehrssprache des Netzwerkes unter den Teilnehmer/innen wurde fakultativ Englisch oder Deutsch festgelegt.


Was bisher geschah

Juli 2001–Januar 2002: Auswahl der Schulen

In einem ersten Schritt wurden Schulen aus Österreich, Italien, Slowenien, Ungarn, der Slowakei, Tschechien und Polen zur Projektmitarbeit gesucht bzw. ausgewählt.

Parallel dazu wurde verliefen Themenfindung und Methodendiskussion in einem Expertenpool. Diese Expert/innen entwickelten einen Themenkatalog zu Europa-relevanten Themenstellungen (wie z. B. europäische Integration, gemeinsame Geschichtsaufarbeitung, Wirtschafts- und Technologieentwicklung, kulturelle Diversität, soziale Ausgrenzung bis hin zu Gentechnik etc.) und dazu passende mögliche Aktionsformen.

Januar 2002

Das ABC Network startete mit einer Auftaktveranstaltung am 31. Januar 2002 und einem anschließenden 2-tägigen Workshop (1.–2. Februar 2002) in Wien.

Lehrer/innen der ausgewählten Schulen wurden zu einem Workshop nach Wien eingeladen. Dort wurden in Arbeitsgruppen – vorbereitet und geleitet vom Expertenpool – konkrete Kooperationsvorhaben diskutiert, ausgearbeitet und länderübergreifende Kooperationen geschlossen (Partnerschaften von jeweils 2–3 Schulen).

Ab März 2002

Anschließende Projektarbeit in 3 Arbeitsphasen:

  • Arbeitsphase 1: Vor-Ort-Recherche (ab März 2002)
  • Arbeitsphase 2: Zusammenarbeit mit den Partnerschulen (ab September 2002)
  • Arbeitsphase 3: Entwicklung von gemeinsamen Zukunftsmodellen, Lösungen etc. (ab Januar 2003)

Juni 2003

Präsentation aller (Zwischen-)Ergebnisse bei einem Seminar am 22. und 23. Juni 2003 in Stadtschlaining (Burgenland). Die Präsentation des »Stands der Dinge« erfolgte im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung unter Einbeziehung aller Beteiligten (Lehrer/innen und Schüler/innen).

Angestrebt wird nun eine längerfristige Zusammenarbeit der beteiligten Schulen.

April 2004

ABC-Tagung in Wien am 22. April und »Europe X-large« am 23. April 2004 in Kittsee. Anlässlich der EU-Erweiterung mit 1. Mai 2004 lud die österreichische Bundesministerin für Bildung, Kultur und Wissenschaft am 23.04.2004 ihre Amtskollegen aus den Nachbarländern ein, gemeinsam mit Schüler/innen und Lehrer/innen aus den Beitrittsländern zu feiern. Die Mitglieder des ABC Netzwerkes bildeten einen Kern dieser Veranstaltung – der Tag vorher in Wien wurde zur internen Diskussion der Netzwerkaktivitäten genutzt.

April 2005

Im April 2005 fand das Abschlusstreffen des ABC Networks in Krakau statt. Die vier Arbeitskreise präsentierten die Ergebnisse ihrer dreijährigen Arbeit. Ausgewählte Experten sprachen zu relevanten Vernetzungsthemen sowie zu Mitteleuropa. Und schließlich wurde in Kreativ-Workshops das Miteinander- und Voneinanderlernen vor Ort praktiziert. Der Erfolg des ABC Networks war ausschlaggebend für die Fortführung des ABC Networks. Im Herbst 2005 erfolgt ein Initiativtreffen für LehrerInnen, um auf das Fortsetzungsprojekt »Generation siX« vorzubereiten.

Ausblick

Aufgrund des herausragenden Erfolgs von ABC Network erfolgt der Start des Nachfolgeprojekts »Generation siX« im Herbst 2005. Lehrer/innen aus ganz Europa werden in einem zweitägigen Seminar auf »Generation siX« vorbereitet. Im Mai 2006 werden dann deren Schüler/innen zu »Generation siX« an drei Tagen diskutieren, arbeiten sowie ihre jeweiligen Arbeitsergebnisse dokumentieren.


Kontakt

Projektbüro

KulturKontakt Austria
Universitätsstraße 5
A-1010 Wien
t +43 1 523 87 65
f +43 1 523 89 33
www.kulturkontakt.or.at

Ansprechperson

Gabriele Bauer, KulturKontakt Austria
gabriele.bauer@kulturkontakt.or.at