deutsch | english
EU AT

Berichte des Arbeitskreises 1: Regionale Kultur – Identität in der Vergangenheit, Identität für die Zukunft


Alexander Avenarius

Bei unserem Projekt handelt es sich um eine Zusammenarbeit von mittleren Schulen aus fünf verschiedenen Ländern; bei dieser Anzahl von Teilnehmer/innen ist es eine Herausforderung, den gemeinsamen Boden zu finden und die verschiedenen Aktivitäten in einer gemeinsamen Richtung zu gestalten. Wir glauben, dass uns dies im ersten Schuljahr unserer Zusammenarbeit gelungen ist, obwohl es schwierig war. Das Spannende im weiteren Verlauf unserer Zusammenarbeit wird sein, wie wir unsere gemeinsamen Ziele künftig noch effektver umsetzen können: die Kreativität der Beteiligten zu entfalten, ohne dass das Projekt an Konturen verliert.

Das Projekt ist für drei Schuljahre angelegt, deshalb widmete sich das erste Jahr mehr der Erforschung der kulturellen Identität der einzelnen Regionen mit dem Schwerpunkt in der Vergangenheit. (Der Ausblick in die Zukunft des vereinigten Europa wird uns im weiteren Verlauf des Projekts mehr und mehr beschäftigen.) Für einige unserer Schulen war es die jüngste kulturelle Vergangenheit, die für die Projektteilnehmer als wesentlich für die Gestaltung der kulturellen Identität ihrer Schulregion erschien - andere Schulen wiederum bevorzugten einen Blick in frühere Jahrhunderte. Bei unserer Präsentation werden Vertreter aller beteiligten Schulen am anschaulichen Material darlegen, worin der Schwerpunkt der Arbeit in jeweiliger Schule lag. Die Aktivitäten waren trotz der gemeinsamen Zielsetzung vielfältig und variierten von Schule zur Schule - jede Schule ließ sich von den anderen anregen. Als Beispiele können genannt werden: Schüler/innen untersuchten die Geschichte des lokalen Volkstanzes, nicht nur passiv, sondern erlernten selbst einige Volkstänze; Schüler/innen organisierten Treffen mit älteren Einwohner/innen ihres Stadtviertels und erfuhren vieles über die Vorkriegsgeschichte ihrer Schulregion; alle Schulen gemeinsam erstellen einen gemeinsamen Kalender für das Jahr 2004, worin in Bild und Wort unter Mitarbeit aller fünf Schulen die fünf kulturellen Regionen als Teile eines sich vereinigenden Europas vorgestellt werden … Einige der Aktivitäten werden wir bei der Präsentation anhand von VHS-Videoaufzeichnungen (teils von den Schüler/innen selbst erstellt) dokumentieren.

Im zweiten Schuljahr planen wir das angesammelte Material der breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren, voraussichtlich auf einer eigens für das Projekt eingerichteten, internationalen Website. Die modernen kommunikativen Technologien sind daher ein wichtiger Bestandteil unserer Projektarbeit; bei der Präsentation werden die Webseiten der einzelnen Schulen vorgestellt, die eigens für das Projekt entstanden. Es werden außerdem die Art und Weise der direkten elektronischen Kommunikation unter den Schüler/innen der beteiligten Schulen dargelegt - die Einrichtung zweier Diskussionsgruppen (auf Englisch und Deutsch) samt Online-Archiven, bei denen sämtliche Schüler/innen sowie Lehrer/innen aus den beteiligten Schulen angemeldet werden dürfen.


Daria Śmieja

Das Socrates Schulprojekt wird an unserer Schule in Übereinstimmung mit dem Plan, der von allen Partnerschulen erstellt wurde, durchgeführt. Rund 60 Schüler/innen sind an der Durchführung des Projektes beteiligt und es wurde auch in das Programm einiger anderer Themen aufgenommen. Es wurde die Methode der Interdisziplinarität gewählt, was bedeutet, dass alle Lehrer/innen das Projekt in seinen Unterrichtsstunden durchführt.

In Übereinstimmung mit den angegebenen Schritten haben die Schüler/innen in einem ersten Schritt die regionale Literatur, Kunststücke und Folkloretraditionen bearbeitet, die aus der Region von Cieszyn Silesia stammen. Es wurden das Leben und die Werke von Zofia Kossak besprochen und Auszüge aus ihren Werken wie etwa »Unknown country« und »Polish Year« analysiert. Dieses Material wurde mit einer Unterrichtseinheit im Zofia Kossak Museum in Górki Wielkie unterstützt, die von Joanna Jurgała Jureczka gehalten wurde und den Titel »Zofia Kossak and her connection with the Cieszyn Silesia« trägt. Gleichzeitig übersetzten die Schüler/innen die Biographie der Dichterin und Schriftstellerin in die englische Sprache.

Die Schüler/innen nahmen auch an der Photoausstellung unseres lokalen Künstlers Jadwigi Zipser teil und drückten ihre Impressionen und Gefühle in Aufsätzen, literarischen Arbeiten mit grafischen Ergänzungen aus. In den Geographiestunden schrieben die Schüler/innen Berichte übe die geographische Lage, die Umweltsituation und die Wirtschaft in Cieszyn Silesia. Als Ergebnis ihrer Arbeit wurde eine Karte der Region erstellt.

Geschichtsstunden waren dem historischen Hintergrund von Skoczów, der Archäologie der Stadt sowie ihrer Nachbarn gewidmet. Weiters arbeiten Schüler/innen an einer Karte der Festung Skoczów. Texte über die Lektionen in Geographie, Geschichte und über die charakteristischen Merkmale unserer Region wurden ins Englische und Deutsche übersetzt. Ein Punkt unseres Projektes war es, Student/innen zu ermöglichen, lokale Künstler/innen und Expert/innen zu treffen. Unsere Schüler/innen hatten die Möglichkeit, die literarischen Werke unserer lokalen Dichterinnen Urszula Korzonek und Maria Burek kennen zulernen und die Chance mit den Künstlerinnen über ihre reiche Folklore und regionale Kultur zu sprechen.

Alle diese Aktivitäten wären nicht so erfolgreich gewesen, hätte nicht ein permanenter Kontakt und Austausch der erwähnten Inhalte mit den Partnerschulen stattgefunden. Während des Workshops in Bratislava diskutierten wir die Möglichkeiten der Umsetzung des Projektes an jeder Schule sowie die Möglichkeiten zum Austausch von Informationen.

Alle Schulen einigten sich auf die Schaffung einer Website, die es jeder an dem Projekt teilnehmenden Schule ermöglichen sollte, den Fortschritt zu überwachen. Danach wurde entschieden, dass jede Schule einen Fragebogen über die Region erstellen sollte, der dann an alle teilnehmenden Schulen versandt werden wird.

Alle oben angegebenen Vereinbarungen wurden bereits erfüllt. Unsere Schule hat bereits eine Website zu diesem Projekt erstellt, die regelmäßig mit den laufenden Nachrichten aus unserer Schule aktualisiert wird: www.zso-skoczow.ata.com.pl

Da unser Hauptziel ist, die sprachlichen Kenntnisse unserer Student/innen zu verbessern und Informationen über die Regionen auszutauschen, wurden die E-Mail Adressen unserer Schüler/innen unter allen teilnehmenden Schulen ausgetauscht. Das Internet bietet nicht nur die Möglichkeit, den Prozess zu überwachen, sondern ist auch ein praktisches Kommunikationsmittel für Lehrer/innen und Student/innen.

Die Schüler/innen tauschen die Informationen über ihre Regionen aus und sammeln alle notwendigen Informationen, die erforderlich sind, um die Fragebögen zu vervollständigen. So sind sich die Schüler/innen ihrer Verantwortung für den Fortschritt und die Umsetzung des Projektes bewusst. Zur Stimulierung unserer Schüler/innen organisierten wir unter anderem auch einen Literaturwettbewerb »Moja Mala Ojczyzna« und einen Kunstwettbewerb mit dem Titel »Moja Miejscowosc«. Die Schüler/innen erstellten auch Stammbäume ihrer Familien. All diese Aktivitäten fanden in unserer Schule großen Zuspruch. Die Errungenschaften im Rahmen dieses Projektes werden auf unserer Website und auch mittels anderer Berichte veröffentlicht, die in der Schule analysiert und an alle Partnerschulen versandt werden.

Auch in unserer lokalen Gemeinde finden die Egebnisse des Projektes große Beachtung. Wir haben vier Artikel in der lokalen Presse (Gazeta Skoczowska und Glos Ziemi Cieszynskiej) veröffentlicht. Auch in einem lokalen Radio gab es Ankündigungen.

Zwischen 31. März und 3. April 2003 hießen wir in unserer Schule in Skoczów Partnerschulen willkommen.

Der Besuch war verbunden mit verschiedenen Ereignissen:

  • wir arbeiteten an unserem Projekt mit den Lehrer/innen zusammen,
  • diskutierten die Erstellung des gemeinsamen Kalenders für das Jahr 2004,
  • den Schüleraustausch und
  • den weiteren Informationsaustausch über Internet sowie
  • die Erstellung einer gemeinsamen Website

Wir wurden auch alle im Rathaus vom Gouverneur von Skoczów empfangen. Unsere Schüler/innen arbeiteten umfangreiche künstlerische Programme aus und zeigten unserem Gast dann unsere Region. Sowohl die Schüler/innen als auch die Lehrer/innen waren mit der Organisation zufrieden und wir erwarten die nächsten Besuche in Ostrava und Klagenfurt.


Siegmund Kastner

Unser gemeinsames Thema hat den Titel: »Regional Culture; Identity in the Past, Identity for the Future«. Stand zuerst noch das Kennen lernen und die Themenfindung im Vordergrund, so ging es vor allem bei unserem zweiten Treffen um die Art der Kommunikation und die Nutzung der elektronischen Medien. Ein reger Austausch war für die Beantwortung der einzelnen Fragebögen welche die Schüler zu den einzelnen Ländern ausgearbeitet hatten, notwendig. Die Aktivitäten der einzelnen Schulen bezogen sich hauptsächlich auf literarische wie auch musikalische Besonderheiten der einzelnen Regionen. Die Tätigkeit reicht vom Sammeln der Balladen über die Aufzeichnung der musikalischen Traditionen bis hin zur Literatur der einzelnen Regionen. Dazu sollen einige Broschüren aufgelegt und erläutert werden. Was aber im Mittelpunkt der Tätigkeiten in den letzten Monaten stand, ist die Produktion des ersten Kalenders der die Beitrittsstaaten versammelt. Die Idee dabei ist jedem Land die Produktion mehrer Monate zu übertragen um danach einen Europakalender gemeinsam zu produzieren. Eingebunden sind dabei mehrere Schulklassen und für den fächerübergreifenden Unterricht durch die Bildnerische Erziehung ist zudem gesorgt. Hier konnten sich die vielfältigen Kommunikationswege und Kommunikationsstrategien bewähren. Es ist daran gedacht in Schlaining ein Probexemplar vorzustellen. Sollte es uns gelingen Sponsoren zu gewinnen, so steht einer größeren Auflagezahl nichts mehr im Wege. Das nächste Treffen ist in Ostrawa und danach werden die Schulen der Beitrittsländer in Kärnten zu Gast sein.

PS. Die intensive Arbeit wie sie in Bratislava (Slowakei) und in Skoczow (Polen) geleistet wurde liegt in Protokollen vor. Folgende Länder sind in unserer Arbeitsgruppe vereinigt: Tschechien, Slowakei, Polen, Ungarn, und Österreich. Die koordinierende Schule ist das Gymnasium sv Vincenta de Paul.


Vilma Bajko

Die Teilnehmer/innen an dem Projekt fanden bei ihrem Treffen in Wien im Februar 2002 ein gemeinsames Thema. Nach Einreichung der Anträge und deren Annahme durch sämtliche nationale Socrates Büros begannen die Arbeiten mit Beginn des Schuljahres 2002/2003.

Während der ersten Zeit war es die Aufgabe unserer Schule und jene unserer Partnerschulen, sich mit der Region der jeweils anderen Schule besser vertraut zu machen und das kulturelle Erbe unserer eigenen Region detaillierter zu untersuchen.

Während des Semesters unmittelbar nach dem Projekttreffen in Bratislava im Oktober 2002 erstellten die Schüler/innen einen Fragebogen, der 50 Fragen zu allen 5 Regionen umfasste (jede Schule steuerte 10 Fragen über ihre eigene Region bei). Die teilnehmenden Schulen tauschten ihre E-Mail Adressen aus und die Schüler/innen mussten durch die Korrespondenz mittels Internet die Antworten finden. Zudem haben wir auch eine ständige Comenius 1 Ausstellung an unserer Schule eingerichtet und eine temporäre Ausstellung über die teilnehmenden Regionen anlässlich von Schulfeierlichkeiten.

Es fanden mehrere lokale Fernsehinterviews statt und es wurden Berichte in lokalen Zeitungen veröffentlicht, die die lokale Bevölkerung über unser internationales Projekt informierten.

Bei dem selben Treffen beschlossen die Teilnehmer/innen, einen Kalender für das Jahr 2004 zu veröffentlichen. Es wurde auch mit den Arbeiten an den Kalenderseiten und an den kurzen Artikeln in Englisch und Deutsch begonnen.

Ungefähr zu Beginn des zweiten Semesters erstellten wir eine Webseite über unsere Schule. Das Projekt Socrates / Comenius 1 umfasst einen Abschnitt, der alle Interessierten über unser Programm informiert. Die Zusammenfassung ist derzeit in ungarischer Sprache gehalten, wobei wir sie jedoch mit Photos ergänzen werden und auch eine englische und eine deutsche Fassung hinzuzufügen beabsichtigen.

Die Schüler/innen begannen ebenfalls damit, das literarische Material des Projektes zu sammeln: Werke aus der Volksliteratur unserer Region (Legenden, Balladen, Erzählungen aus dem Volk). Zu Ende des Semesters wurden bereits mehrere hundert Seiten gesammelt und das Material ist für eine Auswahl bereit.

Als das Projekttreffen von Skoczów stattfand (April 2003) sowie während den darauf folgenden Wochen schlossen die Schüler/innen ihre Aufgabe ab, erstellten künstlerische Kalenderblätter mit Hilfe von Montagetechniken und verfassten kurze informative Texte über ihre Schule und über ihre Stadt - sowohl in englischer wie auch in deutscher Sprache.

Während des zweiten Semesters besuchten wir verschiedene lokale Plätze von kulturellem Interesse und sowohl die Schüler/innen als auch die Lehrer/innen hatten die Möglichkeit, die historische Vergangenheit ihrer Stadt sehr viel besser kennen zu lernen. Mit Schülergruppen besuchten wir die Burg der Stadt und den Ort der jüngsten archäologischen Ausgrabungen, das regionale Bauernhaus und nahmen in der Stadtbibliothek an Vorlesungen zur lokalen Geschichte teil. Nach dem Besuch verfassten die Schüler/innen einen Bericht über ihre jüngsten Erfahrungen und reflektierten darüber, wie diese Besuche und Stunden ihr Wissen über die regionale Vergangenheit und das kulturelle Erbe verändert hatten.

Derzeit sind wir gerade dabei, das Material auszuwählen und den Inhalt in die englische und in die deutsche Sprache zu übersetzen. Im nächsten Schuljahr machen sich alle fünf Regionen mit den von den anderen gesammelten Materialien vertraut und nehmen an einem Wettbewerb teil, dessen Ziel es ist, die literarischen Kunstwerke vor einer endgültigen Auswahl und einer gemeinsamen Ausgabe in einem Buch, auf einer Website oder auf einer CD usw. zu illustrieren.

Mit Hinblick auf das Projekttreffen in Ostrava bereiten sich die Schüler/innen nunmehr darauf vor, einen Bericht über die Umfrage (50 Fragen zu den 5 Regionen) zu verfassen und eine kurze Präsentation der Kultur ihres Landes zu erstellen (sowohl in englischer als auch in deutscher Sprache).